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Krisenkommunikation verändert sich gerade grundlegend.
Nicht, weil Organisationen häufiger in Schwierigkeiten geraten, sondern weil Krisen heute anders entstehen: schneller, komplexer und gezielt manipulierend.

Was früher Stunden oder Tage brauchte, eskaliert inzwischen innerhalb von Minuten.
Was früher überprüfbar war, kann heute täuschend echt generiert werden.
Und was einst die Ausnahme war, entwickelt sich 2026 zur strukturellen Normalität.

Viele Führungskräfte ahnen das. Doch nur wenige sind darauf vorbereitet.

KI ist nicht das Risiko – fehlende Vorbereitung schon

In meiner Arbeit mit Vorständen und Führungsteams zeigt sich ein wiederkehrendes Muster:
Die Sorge vor KI-getriebener Manipulation ist groß. Die organisatorische und kommunikative Reife dagegen gering.

Fast alle Entscheider nennen inzwischen Desinformation, Deepfakes und synthetische Inhalte als relevantes Risiko. Gleichzeitig fehlen in vielen Unternehmen drei zentrale Grundlagen:

  • klare Zuständigkeiten: Wer entscheidet, ob ein Inhalt echt oder manipuliert ist?

  • belastbare Eskalationspfade: Wer reagiert wann – und mit welcher Haltung?

  • eine abgestimmte Kommunikationslogik: intern, extern und gegenüber Medien.

Häufig wird das Thema reflexhaft der IT zugeschrieben. Doch das greift zu kurz.
Das eigentliche Risiko liegt nicht in der Technologie, sondern im Umgang mit ihr. In der Lücke zwischen Erkennen und Handeln.

Eine futuristische digitale Collage mit Robotern, Hackern, einer Drohne, VR-Nutzern, Fake News und Desinformation, die sich um "2026 Digitale Krisen" dreht und Cyber-Bedrohungen, KI und digitale Krisen im Jahr 2026 symbolisiert.

2026 bringt höhere Anforderungen an Führung. Fehlende Expertise kann Ihrem Unternehmen schaden. Grafik: DALL-E by DIKT

2026 bedeutet: keine Einzelkrisen mehr, sondern Krisenkaskaden

Ein Deepfake bleibt selten ein isolierter Vorfall.
Ein manipuliertes Video oder ein gefälschter CEO-Anruf entwickelt sich schnell zu:

  • einem Cyber-Sicherheitsproblem

  • einer juristischen Fragestellung

  • einem HR-Thema

  • und binnen kürzester Zeit zu einem Reputationsrisiko in Echtzeit.

In Gesprächen mit Unternehmen erlebe ich jedoch weiterhin Silodenken: Kommunikation, IT, Recht und HR reagieren nebeneinander statt miteinander.
Synthetische Krisen lassen sich aber nicht entlang von Abteilungsgrenzen managen.

Organisationen, die 2026 handlungsfähig bleiben, sind nicht die mit den umfangreichsten Krisenhandbüchern. Es sind jene, die interdisziplinär vorbereitet sind, gemeinsam trainieren und konsistent kommunizieren.

Wir wissen, was hilft – und üben es trotzdem zu selten

Ein Befund, der sich seit Jahren bestätigt und weiter zuspitzt:
Alle wissen, dass Übung entscheidend ist. Doch nur wenige üben konsequent.

Krisensimulationen finden oft gar nicht oder nur unter unrealistischen Bedingungen statt:
theoretisch, ohne Zeitdruck, ohne emotionale Dynamik – und meist ohne KI- oder Deepfake-Szenarien.

Dabei verhalten sich synthetische Angriffe nicht rational oder fair. Sie sind emotional, personalisiert und hochgradig glaubwürdig. Ihr Ziel ist Vertrauen.

Vertrauen wird fragiler – und gleichzeitig zentraler

Viele Führungskräfte sagen mir:
Vertrauen aufrechtzuerhalten ist heute deutlich schwieriger als noch vor wenigen Jahren.

Die Gründe liegen auf der Hand:
Desinformation auf allen Kanälen, fragmentierte Öffentlichkeiten, Erwartung sofortiger Reaktionen und ein sinkendes Grundvertrauen in Institutionen.

Und dennoch wird Vertrauen in vielen Organisationen nicht systematisch geführt, nicht gemessen und nicht kommunikativ geschützt. Man spricht darüber – man managt es nicht.

In einer KI-geprägten Krise entscheidet Vertrauen jedoch darüber, ob eine Organisation gehört wird oder untergeht.

Was Führung 2026 leisten muss

Die Rolle von Führungskräften verändert sich spürbar.
2026 reicht es nicht mehr aus, nur Sprecher, Entscheider oder Strategen zu sein.

Gefragt sind Führungspersönlichkeiten, die:

  • Informationen strategisch einordnen

  • funktionsübergreifend integrieren

  • technologisch informiert entscheiden können

Nicht, um alles selbst zu beherrschen, sondern um die richtigen Fragen zu stellen, Haltung zu zeigen und Orientierung zu geben.

Buchumschlag mit dem Titel WIR SIND FAKE! mit einem blauen digitalen Pferd, binärem Code, einem Polizisten, einem Mann im Anzug und computergenerierten Bildern vor einem Hintergrund aus leuchtenden Servern in einem Rechenzentrum.

Wir sind Fake! brain script Verlag, ISBN 978-98086-787-0

Warum wir „Wir sind Fake“ geschrieben haben

„Wir sind Fake“ ist kein Technikbuch und kein Alarmismus.
Es ist ein Führungsbuch für eine manipulierte Wirklichkeit.

Es erklärt, wie Desinformation wirkt, warum Deepfakes so überzeugend sind und weshalb unser Gehirn darauf anspringt. Vor allem aber zeigt es, was Führungskräfte konkret tun können, um handlungsfähig zu bleiben.

Nicht paranoid, sondern vorbereitet.
Nicht technikfeindlich, sondern reflektiert.
Nicht reaktiv, sondern resilient.

Mein Fazit für 2026

Die Lücke zwischen wahrgenommener Bedrohung und realer Vorbereitung wächst.
Doch sie lässt sich schließen – mit klarer Haltung, trainierter Kommunikation und interdisziplinärer Vorbereitung.

Denn eines ist sicher: Der nächste Fake kommt.
Entscheidend ist nicht, ob er auftaucht, sondern wie gut Sie ihn erkennen und einordnen können.

Ihr
Dr. Nikolai A. Behr
Medientrainer | Führungskräfte-Coach | Berater für Krisenkommunikation
DIKT GmbH – Deutsches Institut für Kommunikations- & Medientraining

Krisenkommunikator Dr. Nikolai A. Behr in einem blauen Anzug spricht auf der Bühne und hält ein Mikrofon in der Hand. Hinter ihm ist ein Bildschirm zu sehen, auf dem die britische Flagge, EU-Sterne, das Wort "BREXIT" und der Satz "Die Brexit Fake News" zu sehen sind.

Nikolai A. Behr bei einem Vortrag zu den Gefahren durch Fake News und Desinformation. Foto: brain script

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