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Eine Deepfake-Krise in Unternehmen beginnt heute oft schneller, als viele Verantwortliche erwarten. Stellen Sie sich folgende Situation vor:

08:17 Uhr. Im Netz taucht plötzlich ein Video auf. Zu sehen: Sie selbst. Stimme, Mimik und Sprache wirken vollkommen echt, sodass auch der Kontext plausibel erscheint.

09:05 Uhr. Bereits jetzt fragen erste Mitarbeitende nach, während Kunden unruhig werden und sich Journalistinnen und Journalisten melden.

Intern passiert dabei etwas, das in kritischen Situationen erstaunlich häufig zu beobachten ist: Niemand weiß, wer jetzt entscheidet, was echt ist – und was nicht.

 

Warum Deepfakes kein Technikproblem sind

Viele betrachten Deepfakes noch immer als IT-Thema. In der Praxis zeigt sich jedoch etwas anderes: Der größte Schaden entsteht häufig nicht durch das manipulierte Video selbst, sondern durch die Reaktion danach.

Unternehmen geraten unter Druck, weil sie:

  • zu spät reagieren
  • widersprüchlich kommunizieren
  • intern uneinheitlich auftreten
  • zu lange auf vollständige Fakten warten

Gerade in den ersten Minuten entsteht schnell ein Vakuum. Und dieses Vakuum wird fast immer gefüllt – durch Spekulationen, Gerüchte oder Interpretationen.

Warum selbst professionelle Organisationen ins Straucheln geraten

In Trainings und Krisensimulationen zeigen sich immer wieder ähnliche Muster.

Erstens: Bilder wirken stärker als Prüfprozesse.

Sobald Menschen ein Video sehen, entsteht sofort ein Eindruck von Glaubwürdigkeit. Der Satz „Wir prüfen aktuell die Echtheit“ wirkt emotional deutlich schwächer als ein Video, das scheinbar klare Bilder liefert.

Zweitens: Zuständigkeiten bleiben oft unklar.

IT prüft technische Fragen. Recht bewertet Risiken. Kommunikation formuliert Botschaften.

Aber wer entscheidet am Ende: Wir äußern uns jetzt?

Genau an diesem Punkt entstehen häufig Verzögerungen.

Drittens: Viele unterschätzen die Geschwindigkeit.

Bei Deepfakes geht es nicht um Tage. Oft entscheiden bereits die ersten 60 bis 120 Minuten darüber, ob Orientierung entsteht oder Unsicherheit.

Ein Mann im Anzug, dessen halbes Gesicht in einen digitalen Code geglitched ist, steht neben einem fetten Text: Das Zeitalter der Fälschungen. Vertrauen ist zerbrechlich. Die Realität ist es nicht. Icons zeigen Deepfakes und CEO-Betrug; Buchumschläge und Warnschilder erscheinen auf der rechten Seite.

Foto: Dall-e by DIKT

Fünf Maßnahmen, die Unternehmen vorab festlegen sollten

1. Verantwortlichkeiten definieren Bereits vor einer Krise sollte eindeutig feststehen, wer Echtheit bewertet und Kommunikationsentscheidungen freigibt – damit im Ernstfall keine wertvolle Zeit verloren geht.

2. Klare Reaktionsstufen vorbereiten Ein einfaches Stufenmodell schafft Orientierung, wenn Schnelligkeit zählt:

  • Stufe 1: „Wir prüfen derzeit und melden uns um X Uhr erneut.“
  • Stufe 2: Erste Einschätzung sowie aktuelle Faktenlage.
  • Stufe 3: Klare Einordnung inklusive konkreter nächster Schritte.

3. Belege früh sichern Kalenderdaten, Meetingprotokolle, Standortinformationen oder Originaldateien helfen dabei, schnell Klarheit zu schaffen – sowohl intern als auch gegenüber Medien.

4. Intern vor extern kommunizieren Mitarbeitende werden in Krisen automatisch zu Multiplikatoren. Wer intern schweigt, erzeugt deshalb oft zusätzliche Unsicherheit, die sich nach außen überträgt.

5. Das Thema als Führungsaufgabe behandeln Deepfake-Resilienz ist heute keine Spezialdisziplin mehr, sondern wird zunehmend zur Basis professioneller Krisenvorsorge – vergleichbar mit dem, was früher das klassische Krisenhandbuch war.

Führung beginnt, bevor der Fake auftaucht

Am Ende stellt sich nicht die Frage, ob sich jede Falschinformation verhindern lässt.

Entscheidend ist, ob Organisationen auch dann handlungsfähig bleiben, wenn Unsicherheit entsteht.

Genau deshalb sind Deepfakes längst kein reines Technologiethema mehr.

Sie sind eine Führungsfrage.

Unser Buch „Wir sind Fake!“ beschäftigt sich intensiv mit den Risiken von Deepfakes, KI-Manipulation und Desinformation. Die neue englische Ausgabe „The Age of Fakes!“ zeigt zusätzlich, warum das Thema längst globale Auswirkungen auf Unternehmen, Märkte und Gesellschaft hat.

Wenn Sie wissen möchten, wie Ihr Unternehmen in den ersten kritischen Minuten einer Deepfake-Krise handlungsfähig bleibt, unterstützen wir Sie gern. Buchen Sie hier einen kostenlosen 15-Minuten-Info-Call mit mir: https://tidycal.com/behr/kostenloser-15-min-info-call-free-15-minute-informational-call-mit-with-dr-nikolai-a-behr

Nikolai A. Behr bei einem Vortrag zu den Gefahren durch Fake News und Desinformation. Foto: brain script

Ihr
Dr. Nikolai A. Behr