Bosbach-Abgang bei Maischberger: Warum es der falsche Schritt war

Posted by hans | 18. Juli 2017

Seitdem der CDU-Politiker wegen der Angriffe von Jutta Ditfurth die Sendung verließ, streitet die Nation, ob das die richtige Reaktion war. Wir erklären, wie man als Talkgast in einer solchen Extremsituation nicht das Gesicht verliert.

Wolfgang Bosbach verläßt die Sendung Maischberger.

DIKT-Trainer Matthias Dezes analysiert regelmäßig Talk-Runden und Podiumsgespräche. Er warnt: „Wer dem Podium den Rücken kehrt, der überlässt dem Gegner das Feld. So hatte Bosbachs Kontrahentin Jutta Ditfurth dann leichtes Spiel, ihre Argumentation weiterzuführen – auch wenn Moderatorin Sandra Maischberger sie eigentlich nicht mehr drannehmen wollte.“ Anfang 2014 ein ähnlicher Fall: Der damalige AfD-Chef Lucke verließ den Talk mit Michel Friedmann auf N24. Anschließend konnten Friedmann und der zweite Gast Manuel Sarrazin bequem einer Meinung sein. Als bleibender Eindruck des „Geflüchteten“ bleiben also nicht seine Argumente, sondern nur die Flucht selbst.

 

Was auch Manager daraus lernen können, die zu impulsiven Reaktionen neigen und gerne mal wortlos aus dem Meeting rauschen: Wenn jemand plötzlich eine Runde verlässt, sagt er damit, dass er mit seinen Argumenten gescheitert ist. Dezes: „Er gibt kampflos auf. Und das Signal an die, die seine Meinung teilen, ist: Die anderen sind stärker, wir haben keine Chance“.

 

Stattdessen ist die Ausgrenzung des ungemütlichen Kontrahenten und die Konzentration auf mögliche „freundliche“ und „neutrale“ Gäste in der Runde der deutlich bessere Weg. Ersatzweise wie in der Situation bei Friedmann die volle Konzentration auf das Thema und in diesem Fall auf die rund 200.000 anderen Teilnehmer – die TV-Zuschauer. Ein solches Vorgehen ist den Managern klassischer Prägung meist fremd, das „Alpha-Tier“ stürzt sich sofort auf den größten Gegner. Statt erst einmal Koalitionen zu bilden und den Gegner dadurch zu isolieren und zur freiwilligen Aufgabe unter dem Gruppendruck zu bewegen. Gunther Schnatmann, Geschäftsführer des Deutschen Institituts für Kommunikations- und MedienTraining, gibt dafür ein Beispiel: „Im Film-Klassiker ,Die zwölf Geschworenen’ mit Henry Fonda steht dieser alleine gegen die Meinung von elf anderen. Und zieht sie ohne große Konfrontation schließlich alle auf seine Seite.“

 

Diese Techniken für schwierige Meetings, kontroverse Podiumsrunden auf Kongressen oder TV-Talks bekommen Teilnehmer der DIKT-Trainings „TV-Studio und Podiumsdiskussion“ und „Krise“ eingehend und unter anderem in Rollenspielen vermittelt.

 

Information und Buchung:

Tel. 089 800 33 450

oder

office@medientraining-institut.de

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