Bosbach-Abgang bei Maischberger: Warum es der falsche Schritt war

Seitdem der CDU-Politiker wegen der Angriffe von Jutta Ditfurth die Sendung verließ, streitet die Nation, ob das die richtige Reaktion war. Wir erklären, wie man als Talkgast in einer solchen Extremsituation nicht das Gesicht verliert.

Wolfgang Bosbach verläßt die Sendung Maischberger.

DIKT-Trainer Matthias Dezes analysiert regelmäßig Talk-Runden und Podiumsgespräche. Er warnt: „Wer dem Podium den Rücken kehrt, der überlässt dem Gegner das Feld. So hatte Bosbachs Kontrahentin Jutta Ditfurth dann leichtes Spiel, ihre Argumentation weiterzuführen – auch wenn Moderatorin Sandra Maischberger sie eigentlich nicht mehr drannehmen wollte.“ Anfang 2014 ein ähnlicher Fall: Der damalige AfD-Chef Lucke verließ den Talk mit Michel Friedmann auf N24. Anschließend konnten Friedmann und der zweite Gast Manuel Sarrazin bequem einer Meinung sein. Als bleibender Eindruck des „Geflüchteten“ bleiben also nicht seine Argumente, sondern nur die Flucht selbst.

 

Was auch Manager daraus lernen können, die zu impulsiven Reaktionen neigen und gerne mal wortlos aus dem Meeting rauschen: Wenn jemand plötzlich eine Runde verlässt, sagt er damit, dass er mit seinen Argumenten gescheitert ist. Dezes: „Er gibt kampflos auf. Und das Signal an die, die seine Meinung teilen, ist: Die anderen sind stärker, wir haben keine Chance“.

 

Stattdessen ist die Ausgrenzung des ungemütlichen Kontrahenten und die Konzentration auf mögliche „freundliche“ und „neutrale“ Gäste in der Runde der deutlich bessere Weg. Ersatzweise wie in der Situation bei Friedmann die volle Konzentration auf das Thema und in diesem Fall auf die rund 200.000 anderen Teilnehmer – die TV-Zuschauer. Ein solches Vorgehen ist den Managern klassischer Prägung meist fremd, das „Alpha-Tier“ stürzt sich sofort auf den größten Gegner. Statt erst einmal Koalitionen zu bilden und den Gegner dadurch zu isolieren und zur freiwilligen Aufgabe unter dem Gruppendruck zu bewegen. Gunther Schnatmann, Geschäftsführer des Deutschen Institituts für Kommunikations- und MedienTraining, gibt dafür ein Beispiel: „Im Film-Klassiker ,Die zwölf Geschworenen’ mit Henry Fonda steht dieser alleine gegen die Meinung von elf anderen. Und zieht sie ohne große Konfrontation schließlich alle auf seine Seite.“

 

Diese Techniken für schwierige Meetings, kontroverse Podiumsrunden auf Kongressen oder TV-Talks bekommen Teilnehmer der DIKT-Trainings „TV-Studio und Podiumsdiskussion“ und „Krise“ eingehend und unter anderem in Rollenspielen vermittelt.

 

Information und Buchung:

Tel. 089 800 33 450

oder

office@medientraining-institut.de

Add a comment

Related Blogs

Antje von Dewitz
Posted by DIKT_CK | 3. Mai 2018
Kommunikation ist wichtiger Faktor: Wie Unternehmen mit Nachhaltigkeit den Umsatz steigern
Nachhaltigkeit von Unternehmen dient nicht nur der Verantwortung, sondern kann ein Sales-Turbo sein. Studien zufolge ist bis zu 40 % der Deutschen bereit, mehr für ein Produkt auszugeben, wenn das...
Campino beim Echo 2018
Posted by DIKT_CK | 20. April 2018
Campino – ‚Zitter-Statement‘ beim Echo: 3 Tricks gegen Nervosität auf der Bühne
Wenn wir wichtige Botschaften übermitteln wollen, sollten wir dabei souverän rüber kommen. Denn nur so werden unsere Inhalte optimal bei den Zuhörern aufgenommen und behalten. Doch gerade in wichtigen oder...
Deutsche Bank Sewing Presse
Posted by DIKT_CK | 17. April 2018
Deutsche Bank: CEO Sewing Mitarbeiter-Brief oder wie Sie es nicht machen sollten
Nach seinem Antritt hat der neue Deutsche Bank-Chef Christian Sewing einen Mitarbeiter-Brief verfasst. Es gibt einige Passagen, an denen sich zeigen lässt, wie Sie es nicht machen sollten. Die größte...